Oder: Ich bin spiessig
Die aktuelle Persönlich liegt auf meinem Pult und ich schiebe sie seit Tagen hin und her.
Irgendwie weigere mich innerlich, sie zu lesen. Der Grund: auf dem Titelblatt eine in meinen Augen fürchterlich abstossende Karikatur (tschuldigung Kunst). Als ich das Heft dann doch endlich mal zur Hand nehme, lese ich: emotionen? Zahlen? Hauptsache gut drauf. Das Bild dazu zeigt ein Auto mit korpulierenden Menschen, mit Frazen statt Gesichtern, offensichtlich von der gleichen Künstlerin, wie ich später im Interview mit Jean-Remy von Matt lese. Ich lerne auch, dass sie aus Österreich ist und man dort etwas lockerer ist.
Es geht um ein Buch, in dem der Autor interne Gründergeist-Themen (dort steht wohl ein Aquarium) zusammenfasst. Das finde ich grundsätzlich eine tolle Kommunikationsidee, Kompliment dafür. Denn auch bei uns gibt es unendlich viele kreative Aussagen und ich finds oft schade, dass sie nur an einem Referat, im blog oder beim Mittagessen ausgetauscht werden. Wenn ich mal ein solches Buch schreibe (zusammentrage), dann mach ich dazu einen internen Wettbewerb für kreative Zeichnungen. Erstens wird’s dann authentisch und zweitens nicht geschmacklos.
Achso, auf die freizügigen Zeichnungen angesprochen, ob es so offen auch in der Agentur Jung von Matt zuginge, antwortet der Autor: leider nicht. Aha.
Mehr weiss ich leider nicht vom Buch „Stimmen aus dem Aquarium“, habs mir erspart.
Besonders als PR Mensch, der ja doch eher auf inhaltliche Kommunikation pocht, bin ich oft schwer beeindruckt, was Werbung bewegen kann. Doch in dem Fall bin ich spiessig und die Persönlich liegt jetzt nicht mehr auf dem Tisch, sondern darunter. Ich hoffe, die Putzfirma kommt heute.



