Das Auge isst mit, aber deshalb muss der Rest nicht leer ausgehen

Jemand hört „Design“ und sagt, „Ach ja, das Auge isst schließlich mit“. Klar, das Auge ist nicht nur ein großer Feinschmecker, sondern auch noch fast immer hungrig. Trotzdem wird das Essen nicht jedem Sinn einzeln serviert. Es kommt zusammen auf dem Teller und landet in noch größerer Verdichtung im Magen. Wahrnehmung, Aufnahme und Verarbeitung greifen bei der Nahrungsaufnahme fugenlos ineinander … wenn man jetzt diese Analogie weiter auf Kommunikation und die Rolle eines Art Directors dabei ausrollen möchte, käme wohl etwas wie Diätplaner, Koch und Kellner in einer Person raus: aber irgendwann ist auch die schönste Analogie zu Ende, und ich bin Art Director bei namics.

Als solcher ist es meine Aufgabe, abstrakte Inhalte in menschenwürdige Kommunikation umzuwandeln – und diese Aufgabe beginnt weit vor dem Zeitpunkt, an dem definiert wird, welche Inhalte dem Empfänger wann vorgesetzt werden, geschweige denn in welcher Form. Diese Aufgabe umfasst nicht nur, abzusehen, was der Kunde will – da gibt es meistens schon Listen, lang und sehnsuchtsvoll wie sie kaum ein Weihnachtsmann je in Händen hielt. Es muss abgesehen werden, was der Kunden demnächst (in einem Jahr, in vier Jahren) brauchen und wollen könnte. Um das festzustellen braucht man Konzeption, Strategic Planning, Kreation und ein bisschen parapsychologisch-mediale Veranlagung, aber die kann man zur Not auch improvisieren.

Wichtiger ist die Zusammenarbeit. Wenn nur durch das Zusammenwirken der Sinne das Geschmackserlebnis zustande kommt, braucht man die Zusammenarbeit der Disziplinen, um das Erlebnis einer Website zu bewirken. Das bringt nicht nur die besseren Ergebnisse, es macht auch mehr Spaß. Und die Besucher wissen das zu schätzen. Schließlich werden auch sie durch eine so konzipierte Seite zufrieden, satt und glücklich.

Na gut, vielleicht nicht unbedingt satt. Wahrscheinlich sollte ich solche Texte nicht kurz vor dem Mittagessen schreiben. Kein Wunder.

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