Am 1. Oktober kam es in Bern im Rahmen des von der IIHF (International Ice Hockey Federation) neu eingeführten Victoria Cups in Bern zum Showdown zwischen dem europäischen Club-Champion Metallurg Magnitogorsk (Spengler Cup Sieger 2005) und einem Team aus der nordamerikanischen Profiliga NHL. In diesem Fall die New York Rangers. Bevor allerdings um Medaillen, Trophäen und das Preisgeld von 1 Mio. US-Dollar gespielt wurde, hatten am Vorabend noch die Gastgeber, der SC Bern, die Ehre, sich mit den NHL-Profis zu messen.
Als Blogger für die Websites NHL-Talk.com und My.HockeyBuzz.com (Teil von HockeyBuzz.com) war es mir möglich, für beide Spiele einen Medienpass mit allem drum herum zu erhalten und dem Spektakel aus nächster Nähe (2. Reihe) und bester Position (Spielfeldmitte) beizuwohnen.
SC Bern – New York Rangers
Bei der ersten Auseinandersetzung überhaupt zwischen einer Schweizer und einer NHL-Mannschaft vermochte das aktuell vermutlich beste Team der hiesigen Liga lange mitzuhalten und konnte nach etwas weniger als 42 Minuten gar auf 1-2 verkürzen, bevor die New Yorker einen Zahn zulegten und die Schweizer Hauptstädter mit 1-8 vom Eis fegten. Die Unterschiede zwischen der NLA und der NHL (bzw. zwischen einer Lohnsumme von 55 Mio. US-Doallar gegenüber einem Gesamtbudget von 12 Mio. CHF) wurden gnadenlos aufgezeigt und es besteht noch viel Arbeit, um vielleicht in 10 Jahren einen erneuten Vergleich wagen zu können.

Berner Jubel nach dem 1-2 Anschlusstreffer

Shakehands zwischen dem SC Bern und den New York Rangers
New York Rangers – Metallurg Magnitogorsk
Beim eigentlichen Victoria Cup wurde bereits im Vorfeld ein deutlich umkämpfteres Spiel erwartet. Nicht nur ist die russische Liga KHL höher einzustufen als jene der Schweiz, sondern ging es, wie bei Begegnungen zwischen Nordamerikanern und Russen immer, um Prestige, Ehre und Stolz, was mit dem oben erwähnten Preisgeld etwas aufgewertet wurde. Der russische Vertreter konnte bis zur Spielmitte mit 0-3 in Führung gehen, musste vor der zweiten Pause allerdings noch einen Treffer hinnehmen. Dank einer deutlichen Leistungssteigerungen und dem zweiten Tor von Chris Drury vermochten die Rangers nach 50 Minuten das Spiel auszugleichen. Ein Fehlpass des Metallurg-Verteidigers Malenkikh führte 20 Sekunden vor Ende der Partie zur Entscheidung, als Ranger Ryan Callahan alleine aufs Tor losziehen und in der Folge zum 4-3 verwerten konnte.

Die Rangers Chris Drury, Nikolai Zherdev und Dmitri Kalinin mit dem Victoria Cup
Eindrücke
Die Schweiz hat noch selten ein Spiel auf solch hohem Niveau gesehen und es bleibt zu hoffen, dass der Victoria Cup wieder einmal hierzulande ausgetragen wird und die NHL nicht zum letzten Mal bei uns halt gemacht hat. Als Medienschaffender war es für mich persönlich eine besondere Erfahrung, nach den Spielen an den Pressekonferenzen teilnehmen zu können, in den Pausen gratis Donuts und Muffins zu konsumieren und während den Spielen stets die aktuellsten Statistics-Sheets zu erhalten.
Auch Punkto Networking haben sich die beiden Tage am Victoria Cup vollends bezahlt gemacht: Ich erhielt Gelegenheit mit diversen Vertretern verschiedener Tageszeitungen, Magazine und TV-Stationen Smalltalk zu führen und vermutlich gingen für mich damit am Horizont bereits Türen zu grösseren und bekannteren Websites auf.
Abschliessend kann ich also festhalten, dass sich Blogging auf jeden Fall lohnt und sich mir persönlich die Sinnfrage ganz bestimmt nie mehr stellen wird. Nur dank dieser in Hockey-Kreisen bereits etablierten und weit verbreiteten Tätigkeit erhielt ich überhaupt Einlass am Victoria Cup und durfte diese einmaligen und speziellen Erfahrungen machen. So war dieser Event nicht nur für die Spieler einmalig; Auch ich werde hoffentlich noch lange von den Erinnerungen leben können und auch in Zukunft versuchen, meine Leidenschaft, die NHL, den Schweizern, Deutschen und Österreichern näher zu bringen.
For about.namics.com, I’m Michael Roth, Bern.
