Namics Frankfurt und die Schlammschlacht Deluxe

Letzter Sonntag im August, traditioneller Termin für den Pfungstädter Firmen-Ultra-Triathlon, auch bekannt als Datterich. Jedes Mitglied eines 10er-Teams muss einen Zehntel Ironman absolvieren, zusammen erreicht man eine komplette Ironman-Zeit.
Dieses Jahr hätte man den Datterich allerdings in Water-rich umbenennen müssen, das Wetter war in sintflut-technischer Höchstform. Nichtsdestotrotz war Namics wieder mal mit zwei Teams am Start, hier ist keiner aus Zucker (aber süß sind wir trotzdem alle). Und nachdem Bernd Schopp schon 2010 um Badehosen-Bilder gebetelt hat (https://about.namics.com/2010/09/firmen-ultra-20.html), wird ihm dann dieses Jahr auch das erste mal der Wunsch gewährt.

Erste Disziplin war wie gewohnt das Schwimmen, 380m durch den Pfungstädter Freiluft-Pool. Bei der Ankündigung der beiden Teams Kämpfen. Beißen. Schwitzen. Namics. und Kämpfender. Beißender. Schwitzender. Namics. war schnell klar wer hier den Ton angibt: Namics. Den sechs anderen Teams in der Startgruppe wurde sofort bewusst, das es für sie nur ein Motto geben konnte: Don’t be afraid, be terrified!
Das hinter lautem Rumgebrülle nicht immer viel Substanz stecken muss wurde dann aber doch wieder schnell sichtbar. Der Großteil der Namics-Truppen versuchte sich wieder mit einem Schwimmstil „Made in Absurdistan“ über Wasser und am Leben zu halten. Allerdings konnte man in diesem Garten Eden der schwimmtechnischen Absurditäten aufgrund des starken Regens eh nur schwer erkennen, wo genau jetzt eigentlich „über Wasser“ war. Aber natürlich gab es auch wieder einige positive Ausnahmen. Eric „Ex-King“ Wiesenhütter wollte seinen firmeninternen Vorjahrestitel unbedingt verteidigen und stieg als erstes zeitgleich mit dem bärenstarken Rookie Jan „First Names Only“ Michael aus dem Wasser.

Aufgrund der ungewohnten Schwimmbewegungen kam man sich die ersten Meter außerhalb des Schwimmbeckens wieder wie ein watschelnder Pinguin vor. Da der Monsun inzwischen die gesamten Rasenflächen des Schwimmbades aufgeweicht hatte, hätte man des restlichen Weg zur Wechselzone ebenso pinguinesque auf dem Bauch schlitternd zurücklegen können. Feinstes englisches Fußballwetter. In der Wechselzone selber hatte der Regen auch ganze Arbeit geleistet. Abtrocknen wäre eh überflüssig gewesen, aber auch die parat gelegten Socken und Laufshirts waren inzwischen vollkommen durchweicht, die Schuhe hatten sich in kleine Tümpel verwandelt. Aber solche Kinkerlitzchen können ja eine(n) echte(n) Namicsler(in) nicht aufhalten.
Auf dem Weg zum Fahrrad und der 18km langen Radstrecke wurde noch über die Lautsprecher mitgeteilt, dass man sich vorsichtig verhalten solle, es hätte schon einige Stürze auf regennasser Fahrbahn gegeben. Hinweise wie diese wurden natürlich geflissentlich überhört und dafür voll in die Kurbel getreten. Dieses Jahr sorgte übrigens nicht nur der massive Regen und die daraus resultierenden Flüsse und Seen auf der Fahrbahn für kleine Geschwindigkeitseinbußen, auch die erstmal eingesetzten motorisierten Kampfrichter und ihr Vorgehen gegen Windschattenfahrerei waren nicht hilfreich. Robert „Canonball“ Prech sorgte hier für ein Bild des Tages, als er sogar eines dieser Motorräder nur mit der Kraft seiner Beine und seines Willens überholte. Was für ein Tier!
Eric konnte sich hier einen kleinen Vorsprung herausradeln, einer erfolgreichen Titelverteidigung schien also nichts mehr im Wege zu stehen.

Nach dem Radfahren standen als letztes 4,2km Laufen auf dem Programm. Das hier schon nicht mehr alle klar bei Verstand sind konnte man an dem Exemplar Mitläufer erkennen, das den Fahrradhelm noch beim Laufen auf hatte. Ein irgendwie komischer und doch sehr gewöhnungsbedürftiger Anblick. Aber selbst wenn der Geist hier noch wach sein sollte, können sich die meisten an dieser Stelle schöneres vorstellen als durch den Pfungstädter Wald zu laufen. Mit den dicken Oberschenkeln vom Radfahren kommt man sich vor, als könnte man kaum noch eine altersschwache Wanderdüne abhängen. Und das gilt meistens schon bei normalem Wetter. Da Petrus weiterhin in exzessiver Geberlaune war, glich der Lauf dieses mal jedoch eher einer Wattwanderung oder einer 4,2km langen Schlammtret-Kur. Schlittern, Gleiten, Ausrutschen, Pfützen umspringen oder reinspringen sorgten für eine famose Kruste auf den Unterschenkeln. Weiter half hier jedoch allen das Wissen, das das Ziel nah ist. Doof nur, wenn der Wadenkrampf näher ist. Näher kam auch Stefan „Running Man“ Zülch aufgrund seiner hevorragenden Matschkurvenlage der Spitze und konnte doch glatt kurz vor Schluß aus Eric den „Ex-King“ machen und sich selbst zum sechsten Namics-König krönen. Der Himmel konnte sich einiger zusätzlicher Freudentränen nicht erwehren.

Am Ende erreichten aber wieder mal alle das Ziel in famosen Weltjahresbestzeiten. Gerade aufgrund des Wetters war dieses Jahr eine ganz neue Erfahrung. Man muss es wohl LE-GEN-DÄR nennen. Wer da nicht dabei war hat seinen Enkeln definitiv eine Geschichte weniger zu erzählen.
Unsere Teams konnten in der Firmenwertung übrigens Platz 73 und 75 von gaaanz vielen erreichen. Vielen Dank an alle, die wieder mitgemacht haben und den Schlamm so unglaublich gerockt haben. Vielen Dank auch an die Fans, Anfeuerer, Wertsachenaufpasser und Zujubler.

Unsere diesjährigen, rostfreien, Ironfrauen und -männer waren (in rein zufälliger Reihenfolge):
Cornelia „Marlin“ Franke
Andrea „Pocket Rocket“ Geisler
Bettina „Waterproof“ Wulf
Achim „Schlammspringer“ Kretzschmar
Heiko „Pommes“ Maass
Stefan „Last Minute“ Bechtold
Amin „Zwei in Eins“ Ehsaei
Thomas „5 Bahnen“ Leidecker
Matthias „Die Waldfee“ Holler
Michael „Dirty Mike“ Lemler
Christian „The Man“ Höflich
Marc „Der Weiße Massai“ Suhre
Jörg „Pigtail“ Waldmann
Manuel „Mud Racer“ Drieschmanns
Steffen „Shortcut“ Kopmeier
Markus „Kinderschwimmbrille“ Wagner
Jan „First Names Only“ Michael
Robert „Canonball“ Prech
Eric „Ex-King“ Wiesenhütter
Stefan „Running Man“ Zülch

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