15. 2b AHEAD Zukunftskongress in Wolfsburg

Wiese_mit_Konferenz

Blick auf die Vortragsorte unter freiem Himmel und das Schloss Wolfsburg.

Am 14. und 15. Juni 2016 fand im Schloss Wolfsburg zum fünfzehnten Mal der Zukunftskongress statt. Dieser wird vom Team um den Leipziger Trendforscher Jens Gabor Janszky und seiner Denkfabrik 2b AHEAD Think Tank veranstaltet. Thema des diesjährigen Kongresses war: „Fast forward 2026: Schneller denken! Schneller entscheiden! Schneller handeln!“. Wie integrieren wir die notwendige Schnelligkeit in unsere Prozesse? Warum gibt es die versteckten Verhinderer von Veränderungen: Macht, Angst und Glauben? Und wie können wir damit umgehen?

Der Ort, das Wetter und die Formate

Die Professionalität in der Durchführung der Konferenz und die Liebe zum Detail spürte ich überall: Angefangen von der persönlichen Begrüßung bis hin zu den verteilten Sonnenhüten in Kombination mit Eiscreme. Obwohl das Wetter sehr wechselhaft war – regelmäßige Regenschauer sorgten für Bewegung – entfielen keine Vorträge. Die Gelegenheit, im Freien Vorträge zu halten, wurde ausgiebig genutzt. Sowohl im Inneren des Schlosses als auch im großzügig angelegten Landschaftsgarten waren überall schön gestaltete Aufenthaltsräume für die Teilnehmer des Kongresses und Bühnen für die Vorträge verteilt. Es war ein Erlebnis bei Sonnenschein und guter Laune exzellente Vorträge zu hören. Bei Regen wechselte die Veranstaltung einfach ins Schlossinnere. Ganz automatisch lernte ich dabei einige der anderen Teilnehmer kennen. Das war absolut spannend: Die anderen Besucher des Zukunftskongresses kamen aus den unterschiedlichsten Branchen aus dem deutschsprachigen Raum und haben dort führende Positionen. Um das Kennenlernen zu erleichtern gab es am ersten Tag der Konferenz das sogenannte Speed-Dating: Ich lernte 30 Teilnehmer innerhalb von 30 Minuten kennen. Vorab wurde gefragt welche Branchen mich besonders interessieren, um entsprechend die Kontakte zu organisieren.

Abgang

Das Risiko der Vorträge im Freien sind hier am Himmel zu sehen: Ungefähr im zwei-Stunden-Takt wechselten sich Sonne und Regen ab.

Die Fülle der Vorträge und die Vielfalt der Themen war beeindruckend. Mich persönlich hat ein Nachtrag bei den Referenten extrem gefreut: Dirk Ahlborn, CEO von JumpStartFund und Hyperloop Transportation Technologies wurde etwa einen Monat vor der Konferenz als Redner angekündigt. Er referierte über Hyperloop und stellte diese innovative Transportform äußerst routiniert vor. Es gab unterschiedliche Formate bei den Vorträgen. Die Bandbreite reichte von klassischen Vorträgen die eine Person hielt über Diskussionsrunden mit mehreren Vortragenden bis hin zu recht kurzen „VisionTalks“ in denen „Wissenschaftler, Entwickler und Gründer“ ihre Geschäftsmodelle und Entwicklungen vorstellten. Die Referenten waren allesamt nahbar – man konnte die Redner nach dem jeweiligen Vortrag persönlich kennen lernen.

dirk_ahlborn

Dirk Ahlborn erläutert die künstlichen Fenster („Augmented Windows“) im Hyperloop – in diesem Fall bei bestem Wetter. Erkennbar an den Sonnenhüten :-)

Meine persönlichen Highlights:

1) Dirk Ahlborn, stellte Hyperloop vor: Die Möglichkeit durch Unterdruck Reisegeschwindigkeiten von bis zu 1.200 km/h zu erreichen. Das Whitepaper zu Hyperloop stammt von Elon Musk. Das System versorgt sich selbst mit Energie. Hyperloop wird per Open Innovation umgesetzt. Die Technik wurde im Mai in Nevada auf einer Teststrecke der Öffentlichkeit vorgestellt.

2) David Rosenberg über die Optimierung der landwirtschaftlichen Erträge durch Vertical Farming. Durch die bessere Analyse der Bedürfnisse der Pflanzen und der vertikalen Bewirtschaftung kann Fläche wesentlich besser genutzt werden. Somit würde die Ernährungssituation der wachsenden Anzahl von Menschen auf der Erde bewältigt werden können.

3) Dr. Xiaoxi Wei spricht über ihre Erforschung der Optimierung des Einfrierens von Organspenden. Organe müssten nicht mehr entsorgt werden weil sie zu lange gelagert werden. Dies kommt wohl zu einem nicht vernachlässigbaren Anteil vor. Somit könnten 100% der Spenden auch vermittelt werden.

4) Das Gesprächsduell von Herrn Thomas Sattelberger und Herrn Prof. Dr. Thomas Druyen. Herr Druyen sprach initial als Psychologe über den Umgang mit der permanenten Unsicherheit – Herr Prof. Dr. Sattelberger über Rebellen in der Chefetage. Nach den jeweiligen Referaten entwickelte sich eine äußerst spannende Diskussion.

5) Christoph Jentzsch stellt The DAO vor. Das erste autonome Unternehmen, basierend auf einer Blockchain. The DAO steht für „Distributed Autonomous Organization“. Per Crowd Investment wurden mehr als 160 Mio. USD per Voting-Token Sale eingenommen.

Die Zukunftskonferenz hat mich sehr bereichert. Und mir gezeigt, dass es ab und zu sinnvoll ist die letzten 20%, die gemäß Pareto-Effekt 80% der Zeit benötigen, umzusetzen. So hat Herr Janszky eine wirklich großartige Gelegenheit geschaffen sich über Innovationen und Prognosen in angenehmsten Ambiente auszutauschen. Vielen Dank dafür! Einziger Wehrmutstropfen war die unausgewogene Geschlechterverteilung: Sowohl bei den Referenten als auch bei den Teilnehmern war der große Teil männlich. Es wäre toll, wenn mehr Frauen den Weg zur Zukunftskonferenz finden würden.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>